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Notwendigkeit von Vermessungsarbeiten an einem Beispiel deutlich gemacht

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Sachverständigenbüro für das Zweiradwesen
Alfred Onegin




Warum vermessen?



Information fr Sachverstndige, Werksttten und Motorradfahrer


Notwendigkeit einer Fahrzeug oder Fzg.-Teilevermssung:
(Rahmen- und Lenksystemteilevermessung sowie Hinterradsystem)


Nach einem Unfall knnen die in die Lngs- und Querdynamik eines kippinstabilen Einspurfahrzeuges (Motorrad oder Motorroller) einflunehmenden Beschdigungen ein Motorrad "unfahrbar" machen und ferner die Betriebserlaubnis dieses Fahrzeuges zum Erlschen bringen.

Darberhinaus knnen "ungnstige Umstnde" eingetreten sein, die zu gefhrlichem Fahrverhalten fhren knnen.

Bei einem Motorrad oder Motorroller sind mehrere Teile des Lenksystems (Radachse, Radlager, Felge vorn, Gabelrohre, Gabelbrcken und Lenkkopflager) sowie Teile des Hinterradsystems (Radachse hinten, Radlager, Reifen, Felge, Schwinge, Schwingenlagerung, Federbeinsystem usw.) ber den Rahmen miteinander verbunden.

Jedes einzelne Teil des Lenksystems sowie jedes einzelne Teil des Hinterrad-Aufhngungssystems hat dabei eine einwandfreie Beschaffenheit zu haben.

Unter anderem deshalb, damit die von diesen Teilen ausgehenden Einzelfunktionen sowie, im Verbund dieser Teile, die Gesamtfunktion gegeben ist und es zu keinen lngs- und querdynamischen Strungen wie z.B. Flattern, Pendeln und Lenkerschlagen etc. whrend der Fahrt kommt.

Der einwandfreie Geradeauslauf, die Kurvenfahrt und die Handlichkeit eines Motorrades, hngt mageblich davon ab, ob und wie die Einzelteile der Systeme miteinander harmonieren.

Die geringste Verspannung oder Verbiegung in diesen Teilen kann das Eigenstabilisierungs-Verhalten und das Handling eines Motorrades erheblich beeinflussen (Gefahr fr Leib und Leben).







DER EIGENSTABILISIERUNGSABLAUF:


Die Eigenstabilisierung eines kippinstabilen Einspurfahrzeuges (Motorrad) hngt im Wesentlichen von dynamischen Effekten (Kreiselkrfte der Laufrder usw.) ab. Die im Lenksystem und in Rahmen (Hinterradaufhngung) befindlichen fahrsicherheitsrelevanten Teile am Motorrad leisten einen entscheidenden Beitrag zur Fahrsicherheit.

Alle Systeme, Lenksystem, Rahmen - und Hinterradaufhngung spielen eine entscheidende Rolle bei der Eigenstabilisierung und Fahrsicherheit eines Motorrades.

Das optimale Zusammenspiel sowie die Beschaffenheit der Einzelteile (Mahaltigkeit aller fahrsicherheitsrelevanten Teile des Lenk- und Hinterrad- aufhngungssystems sowie die dem Rahmen anerzogene Geometrie (Rahmengeometrie) verleihen jedem Motorrad seine Eigenschaft.

Liegt bei einem der fahrsicherheitsrelevanten Teile des Lenk- oder Rahmensystems bzw. Hinterradaufhngungssystems eine Beschdigung vor, kann der Eigenstabilisierungsablauf und das Fahrverhalten des Motorrades stark beeintrchtigt werden.

Unter Umstnden kann durch nicht exakt festgestellte Beschdigungen am Motorrad ein Fahrzustand eintreten, der in Grenzbereichen zur Unbeherrschbarkeit des Motorrades fhrt und schlimmste Sturz- und Unfallfolgen entstehen knnen.

Davon abgesehen wre vorher - weil "verborgene Mngel" vorlagen - die Betriebserlaubnis des Motorrades erloschen.

Diese "ungnstigsten Umstnde" sind beinahe bei jedem Unfall ge- geben, weshalb man nach nahezu jedem Unfall eine berprfung der betreffenden Teilbereiche, insbesondere die Prfung der fahrsicherheitsrelevanten Teile, durchfhren lassen sollte.

Hier bietet die berprfung und Vermessung eine sehr effiziente Mglich- keit, Aussage darber zu treffen, welche Teile wie und wo beschdigt sind.

Zu allen Feststellungen wird ein Messprotokoll ausgestellt, die jedes fahrsicherheitsrelevante Bauteil des Motorrades exakt dimensioniert und darber hinaus mit einer Bewertung versieht.

Der Rahmen:

Der Rahmen verbindet beide Systeme (Lenk- und Hinterradsystemteile) miteinander und stellt damit den gesamten tragenden Verbund aller Systeme dar. Im Rahmen sind alle Systemteile spannungsfrei eingebaut und der Rahmen fungiert als Trger aller An- und Einbauten.

Der Rahmen ist mit seinen 5 Geometrie-Parametern wie:

Lenkkopfwinkel, Rahmenlnge A, Rahmenlnge B, dem Sturz und der Symmetriekorrektur (Lngsachsenversatz)


sehr genau gefertigt, weil diese fnf Parameter die optimale Fahrbarkeit des Motorrades gewhrleisten und ferner diese fnf Parameter Bestandteil jeder Betriebserlaubnis sind.

Die Aufgabe eines Motorradrahmens besteht u.a. darin, den Lenkkopf mit der Schwingenaufnahme verdrehfest und dauerhaft geometrisch mahaltig miteinander zu verbinden.

1. Sturz,
2. Lenkkopfwinkel,
3. Rahmenlnge A
4. Rahmenlnge B
5. Symmetriekorrektur / Lngsachsenversatz



STURZ:
Der Sturz eines Rahmens bezieht sich auf die Lage der Lenkachse (Mittelachse durch den Lenkkopf) relativ zur Schwingenachse. Damit ist eine eventuelle Verdrehung des Lenkkopfes gemeint.

Dieser Wert sollte immer Null sein, um ein gleichbleiben- des Verhalten nach Links - und Rechtskurven zu erhalten.

LENKKOPFWINKEL:
Der Lenkkopfwinkel eines Rahmens wird gebildet durch die Neigung der Lenkachse (Mittellinie durch den Lenk-kopf) zu einer gedachten Senkrechten.

Der zwischen den Schnittpunkten beider Linien liegende Winkel ist der Lenkkopfwinkel. Er bestimmt das gesamte Fahrverhalten des Motorrades.


RAHMENLNGE A + B:
Bei einer bestimmten Lage des Rahmens (Nullage) wird der Lenkkopfwinkel ermittelt und angegeben.
Aus dieser Lage wird die waagrechte Lnge A und die darauf stehende senkrechte Lnge B ermittelt. Beide Rahmenlngen sind definierte Lngen.

Symmetriekorrektur (Lngsachsenversatz):
Die Symmetriekorrektur befat sich mit dem seitlichen Versatz des Lenkkopfes zur Rahmenmitte im Bereich der Schwingenaufnahme (Lenkkopfachse zu Mitte Schwingenaufnahme).


Alle genannten Gren der Rahmengeometrie dienen der uneingeschrnkten Betriebssicherheit und der Zulssigkeit des Fahrzeuges.

Abweichungen sind nur innerhalb der Herstellerangabe zulssig (siehe Sollwerte / Toleranzen im Messprotokoll).



Vermessungsarbeit:

Jeder einzelne der fnf Parameter erlaubt nur eine winzige Abweichung vom Sollma, was nur mit Hilfe aufwendiger Messvorrichtungen festzustellen ist.

Wir haben uns seit vielen Jahren auf diese Art der Feinvermessung von Motorradrahmen und fahrsicherheitsrelevanten Teilen spezialisiert und arbeiten mit den modernsten Messwerkzeugen.

Beispiel:

Sollten nach einem Unfall Teile des Lenk- oder Hinterradaufhngungssystems beschdigt sein bzw. der Verdacht bestehen, dass unfallbedingt eine zu vermutende Beschdigung, Verspannung oder Antisymmetrie eingetreten sein kann, wird es u. U. erforderlich die fahrsicherheitsrelevanten Teile des betreffenden Systems zu vermessen und ber das Messergebnis ein Messprotokoll auszustellen (Nachweis der Sorgfaltspflicht).

Schadenoffenlegungspflicht:

Bei Verkauf eines Motorrades ist der Verkufer (Fahrzeughalter) verpflichtet, Schden, die in die Fahrsicherheit eingreifen anzugeben (Schadenoffenlegung). Bei Versto gegen diese Schadenoffenlegungspflicht ist der abgeschlossene Kaufvertrag unwirksam.

Man muss sich vorstellen, dass nach dem Verkauf eines Motorrades - immer dann, wenn irgendetwas mit der Fahrsymmetrie nicht stimmt - man schnell von einem "Unfallmotorrad" spricht und ab dann Nhrboden fr jede Art von Rechtsstreit gegeben ist.

In einem solchen oder hnlichen Fall ist der Nachweis durch ausgefhrte Vermessung mit Messprotokoll die wirksamste Lsung der Streitvermeidung.

Durch ein Vermessungsprotokoll ist jederzeit nachweisbar, wann und wo welche Beschdigungen am Fahrzeug festgestellt wurden usw. .

PRODUKTHAFTUNG:

Jeder Fahrzeughersteller / Importeur garantiert und haftet fr sein fehlerfreies Produkt so lange, wie das Fahrzeug unfallfrei und im originalen Zustand im Straenverkehr teilnimmt.

Nach nahezu jedem Unfallschaden ist diese "Unfallfreiheit" sehr fragwrdig und in keinem Fall ist es mit einer "augenscheinlichen Betrachtung" getan und ausreichend, seiner Verpflichtung (ordnungsgemer Einsatz des Fahrzeuges) hinreichend genau nachgekommen zu sein.

Einwandfrei (fehlerfrei) heit unter anderem:

keine Unfallschden und keine Beschdigungen an Fahrzeugteilen.


Fr Schden durch unfachgerechte Begutachtung bzw. Instandsetzung wird seitens der Fahrzeughersteller bzw. Importeure verstndlicher Weise keine Garantie und Produkthaftung gewhrt..

In solchen Fllen wird jede Art von Gewhrleistung strikt abgelehnt.

Beispiel:

Werden Unfallschden nicht fach- und sachgerecht instand gesetzt (das kann und soll in der Regel nur ein autorisierter Fachmann bewerkstelligen, weil er ber das erforderliche Detailwissen der Sache verfgt)

ist in der Regel die Betriebserlaubnis des Fahrzeuges und die Produkthaftung des Fahrzeuges erloschen.

In ungnstigen Fllen riskiert der Fahrzeughalter eines nicht fach- und sachgerecht instand gesetzten Fahrzeuges sogar die Zulassung seines Fahrzeuges, wenn er im Sinne der technischen Vorschriften zur StVO und StVZO gegen geltende Forderungen und Regeln verstt.

Davon abgesehen kann auch der Versicherungsschutz versagt werden, wenn grobe Fahrlssigkeit zur Eintrittsverpflichtung fhren sollte.

Nicht zuletzt deshalb verweigern viele autorisierte Fachwerksttten die Instandsetzung nach "augenscheinlichen Gesichtspunkten", weil keine exakte Schadenbeschreibung (Schadteileaufstellung und Vermessungs- protokolle) vorliegt und sie selbst als "Hersteller der fahrbaren Einheit" voll und ganz ins Obligo genommen wren.

Die Frage, ob der vorgeschlagene Instandsetzungsumfang fachlich und sachlich richtig und vertretbar ist, ferner die geplante Instandsetzung wirtschaftlich sinnvoll und vertretbar ist, sollte ein Motorradsachverstndiger beantworten und keine Werkstatt, der man immer wirtschaftliche Interessen unterstellen wrde.

Aufklrungspflicht der Werkstatt:

Die Werkstatt hat die Pflicht den Kunden vor Durchfhrung der geplanten Instandsetzung aufzuklren (Aufklrungspflicht ber wertgerechte und zeitwertgerechte Instandsetzung usw.).

Ein Motorradfahrer muss sich darauf verlassen knnen, dass ein autorisierter Fachmann (Werkstatt) bei Durchfhrung einer Unfallinstandsetzungsarbeit die einschlgigen Richtlinien, jeweils in neuester Fassung und unter Einbeziehung aller Aktualisierungen zu Grunde legt und eine fach- und sachgerechte Herstellung der fahrbaren Einheit schafft.

Fazit:

Die Rahmenbedingungen im Bereich der Unfallschaden-Instandsetzung haben sich rechtlich und haftungstechnisch gravierend gendert und der Kunde (Laie) ist unter Schutz gestellt.

Schadenproblematik an Motorrder und deren Teilen:

Die Sensibilitt heutiger Motorrder und deren Bauteile wurde durch den konsequenten Leichtbaustil der letzten Jahre enorm gesteigert, weshalb die Interpretation der Schadenbilder nach diesen neuen Gesichtspunkten ebenso neu gefasst und betrachtet werden muss.

    Einen "Missbrauchstest", der msste eigentlich nach jedem Unfallereignis an einem Bauteil durchgefhrt werden, gibt es nicht !

In diesem "Missbrauchstest" msste dann

- die Restfestigkeit bzw. Tauglichkeit - geprft werden,

wonach das betreffende Bauteil ganz kaputt wre.

Ob ein aus einem Unfallschaden weiter zu verwendende Bauteil hlt oder nicht, kann kein Mensch sagen.

    Das ist und bleibt ein unkalkulierbares Risiko, das, wenn etwas schief luft, demjenigen angelastet wird, der das Bauteil eingebaut und die fahrbare Einheit des Fahrzeuges hergestellt hat.

Teile unbekannter Herkunft:

Alle Teile unbekannter Herkunft (Gebrauchtteile) sind zunchst, wie zuvor geschildert, sehr kritisch zu betrachten, weil auch hier demjenigen, der sie einbaut und die fahrbare Einheit des Fahrzeuges herstellt, die Haftung obliegt.

Al - Fahrzeugteile:

Die Aluminiumteile, die an heutigen Motorrdern verbaut werden, bestehen in der Regel aus sogenannten

"festigkeitsgesteigerten, mischkristallverfestigten Al-Legierungen"

die in Punkto Zug,- Druck- und Torsionsfestigkeit / Steifigkeit enorme Steifigkeits- und Festigkeitswerte erreichen und daher sehr riss- und bruchgeneigt sind.

Die Verfestigungsstufen der heutigen Al-Legierungen fhren quasi dazu, dass die Dehnung und Elastizitt der Werkstoffe stark einge- schrnkt ist, was im Schadensfall eher zur Rissbildung bzw. zum Bruch der Bauteile fhrt, bevor sich die betreffenden Bauteile verformen knnten.


Die Dehnung, somit die Elastizitt des Werkstoffes, nimmt etwa mit gleicher Proportion ab, wie die Festigkeitssteigerung bei Herstellung betrieben wurde.

Weiterverwendung von beschdigten Bauteilen:

Die einfache Weiterverwendung von Fahrzeugteilen nach Unfllen kann verheerende Folgen haben und zu schlimmsten Folge-Unfllen fhren (Bauteilbruch usw. - siehe Werkstatthaftung -).

Risiko Richtarbeiten:

Jede Art von Richtarbeit an fahrsicherheitsrelevanten Teilen wrde in Punkto Dauerfestigkeitsverhalten des gerichteten Bauteils fatale Folgen haben (Riss- und Bruchneigung des gerichteten Bauteils), weshalb jede Richtarbeit strikt abzulehnen ist.

Visuelle Betrachtung von Unfallschden:

Jede Art der "rein visuellen Betrachtung von Unfallschden" entspricht keiner exakten Schadensfeststellung mehr.

Solche Methoden sind heute nicht mehr angebracht und sollten deshalb nicht mehr angewendet werden.

Es gibt eine ganze Menge von Grnden, die fr die Erneuerung von beschdigten Bauteilen sprechen, soweit diese periphere (sichtbar) beschdigt sind (etwa Teile des Lenk- oder Rahmensystems).

Notwendigkeit der Vermessung:

Ob Teile beschdigt wurden oder nicht, ist

    selbst bei den scheinbar kleinsten Unfllen

nie ohne Vermessungsarbeiten oder exakter Bauteilprfung zu bestimmen.

Das Restrisiko ist enorm hoch, wie meine jahrelange Beobachtung auf diesem Gebiet gezeigt hat.